Siegen-Wittgenstein: Guido Müller erneut die Nummer 1

Kreiswahlversammlung der Freien Demokraten: 

Die Liberalen haben sich entschieden. Auf einer – trotz strenger Corona-Einschränkungen – sehr gut besuchten Wahlversammlung folgten die Parteimitglieder dem Vorschlag des Kreisvorstandes und wählten Guido Müller (47) aus Siegen zum erneuten Spitzenkandidaten für die Kreistagswahl am 13. September. Müller wird damit bereits zum dritten Mal die Freien Demokraten in den Wahlkampf führen. 97,6 Prozent waren schon ein starkes Ergebnis für den selbstständigen PR-Berater. In der Einbringung des Wahlprogrammes benannte Müller klare Aufgaben für die kommende Wahlperiode im Kreistag. Die FDP fordert beim Thema Krankenhausverbund nicht stehen zu bleiben. „Alle vier Krankenhäuser werden nach unserer Vorstellung zu einer starken Einheit fusionieren. Entweder auf dem Rosterberg oder auf dem Wellersberg soll ein großes komplett neues Uniklinikum entstehen und dort dann die Fachdisziplinen aller Häuser übernehmen. Die aktuellen Kleinlösungen der verschiedenen Krankenhausträger werden – wenn man das wirklich will – in einigen Jahren Vergangenheit sein. Was wir in Siegen-Wittgenstein nicht gebrauchen können ist eine Konkurrenzsituation und das Abwerben von Ärzten von einem zum anderen Haus. Corona zeigt, wie wichtig es ist, Gesundheitspolitik gemeinsam neu zu denken.“

Bürgerentscheid über kostenfreien ÖPNV?

Ein anderes, derzeit im Kreistag intensiv diskutiertes Thema, ist der ÖPNV. Egal ob Kommunalisierung oder das kostenfreie Fahren in unserer Region: Die Liberalen schlagen vor, der Wähler soll das in einem Bürgerentscheid klären. „Dazu müsste man aber wissen, was das kostet. Denn finanziert würde das kostenfreie Ticket über Umlagen, die letztlich jeder Steuerzahler über die Grundsteuer mittragen muss. Ob man das will, ist eine spannende Frage. Siegen-Wittgenstein ist und bleibt eine Flächenregion und das Auto eine wichtige Fortbewegungsalternative. Im Ballungsraum Siegen oder Kreuztal ist der Bus vielleicht eine Alternative, aber bezahlen muss man das letztlich auch in Mausbach, Kredenbach und Niederdresselndorf. Deshalb: Legen wir die Kosten pro Einwohner auf den Tisch und lassen uns darüber in einer Bürgerbefragung ehrlich abstimmen“ so Müller. Die Nummer zwei der Liberalen ist Andreas Klein aus Wilnsdorf, für ihn muss der nächste Kreistag in Sachen Familienpolitik und vor allem Ausstattung der KiTas nachbessern. „Container sind keine adäquate Unterbringung für unsere Kinder. So schwierig das aktuelle auch ist und so erfreulich die Kinderzuwächse in unserer Region sind, hier muss der Kreis im Sinne des Gedankens „kurze Beine, kurze Wege“ nachbessern. Ziel sind dezentrale Kindergärten auch in den Dörfern in Siegen-Wittgenstein.“ Andreas Klein prägte dann in der folgenden Debatte auch den Ausspruch vom „Team Guido Müller“ in dem er gerne mitarbeiten möchte und seine Erfahrung als Fraktionsvorsitzender in Wilnsdorf mitbringt. Dieser Begriff machte dann auch bei der Wahlversammlung sofort die Runde und wurde zum geflügelten Wort. In diesem „Team Müller“ wird auch der Kreisvorsitzende Peter Hanke aus Gosenbach mitwirken. Mit viel Elan hat er die letzten Jahre die Kreispartei geführt und zu einem starken Mitgliederzuwachs geführt. Ein sichtbares Zeichen dafür war auch die Harmonie der Ortsverbände bei der Versammlung, die von einem starken Miteinander geprägt war. Ein Pluspunkt für die Kampagnenfähigkeit der Liberalen vor Ort. Auf den Plätzen vier und fünf folgen der Wittgensteiner Carsten Weiand aus Erndtebrück und der Siegener Hans Peter Kunz, der bislang stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP im Kreistag.

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Liberale unterstützen Landrat Andreas Müller bei der Wiederwahl

Ein nicht alltäglicher Gast der Veranstaltung war im Leonhard Gläser Saal Landrat Andreas Müller (SPD), der überraschend von den Liberalen für seine erneute Bewerbung für das Landratsamt unterstützt wird. Die Begründung der Liberalen war einfach: „Andreas Müller hat einen guten Job gemacht, 2015 noch ganz neu im Amt hat er die Flüchtlingskrise in der Region erfolgreich gemanagt und aktuell bei Corona – mit einem exzellenten Krisenstab an seiner Seite – die Krise erfolgreich gemeistert. Und überhaupt: Kommunalpolitik ist nicht Parteibucharbeit, sondern der gemeinsame Einsatz für die Aufgaben, die vor Ort anstehen“, so Guido Müller und Peter Hanke. Andreas Müller bedankte sich für das Vertrauen der Liberalen und stellte heraus, dass das sicher ein überraschendes Votum ist. Er verwies darauf, dass man in einem Kreistag ohne Mehrheiten dennoch erfolgreich Politik machen kann, wenn man mit Wertschätzung und im Kampf um die gute Idee die politische Diskussion sucht. Für die neue Wahlperiode kündigt er an, dass das Thema Wohnungs- und vor allem der soziale Wohnungsbau ein bestimmendes Thema werden wird. Bei der Digitalisierung ist man bereits eine der führenden Flächenkommunen, hier war die Kreis einer der schnellsten Entscheidungsträger in NRW. Den Vorstoß der Liberalen nun auch das technische Thema „Glasfaserkabel“ im gleichen forschen Tempo anzugehen, wie es Hans Peter Kunz in die Diskussion einbrachte, zeigt, dass das Thema parteiübergreifend als besonders wichtig angesehen wird.

Die Reserveliste der Liberalen wird ergänzt durch Christoph Rothenberger (Hilchenbach), Andreas Weigel (Wilnsdorf), Robert Krämer (Freudenberg), Dr. Wolfgang Bauch (Siegen), Jan Ebener (Neunkirchen), Klaus-Volker Walter (Siegen), Guido Schneider (Erndtebrück), Oliver Thiele (Neunkirchen), Regina Schoew (Siegen) und Norbert Hüster (Bad Berleburg).