Stahlwerk Geisweid: Arbeitsplätze sichern durch Wettbewerbsfähigkeit, nicht durch Appelle
Die DEW wollen die Stahlproduktion in Geisweid ab Mitte 2028 stoppen und nach Witten verlagern. Nach Angaben der IG Metall sind bis zu 400 Arbeitsplätze betroffen. Für die Beschäftigten, ihre Familien und unsere Region ist das ein harter Schlag. Die FDP Siegen fordert eine gemeinsame Initiative von Unternehmen, Arbeitnehmervertretungen und Politik, aber mit klaren Bedingungen statt bloßer Appelle.
Bis Mitte 2028 bleibt Zeit. Sie muss genutzt werden, um alle realistischen Möglichkeiten zum Erhalt der Arbeitsplätze in Geisweid auszuschöpfen. Dafür müssen wir endlich die Faktoren benennen, die unsere Industrie systematisch schwächen.
Die heimische Stahlindustrie wird nicht vom Weltmarkt geschlagen, sondern von hausgemachten Kosten. Deutscher Edelstahl verliert nicht gegen besseren Stahl. Er verliert gegen Industriestrompreise, die rund doppelt so hoch sind wie in den USA und deutlich höher als in Frankreich. Er verliert gegen ausufernde Netzentgelte, nationale CO₂-Sonderlasten und einen Bürokratie-Dschungel aus CBAM-Meldepflichten, Lieferkettenregeln und Berichtsflut.
Hier setzt die FDP an:
- Wettbewerbsfähige Energiepreise statt Subventionslotterie: Strompreise für die Industrie senken, indem wir das Angebot ausweiten und die Netzentgelte deckeln, nicht über neue Fördertöpfe, die morgen wieder leer sind.
- Bürokratie-Stopp: Keine neuen Belastungen für energieintensive Betriebe. EU-Vorgaben werden 1:1 umgesetzt und nicht national übererfüllt.
- Lohnnebenkosten senken und deckeln: durch eine verantwortungsvolle Sozialpolitik.
- Investitionen ermöglichen: Superabschreibungen und schnellere Genehmigungen, damit sich Zukunftstechnologien wie grüner Edelstahl am Standort Siegen rechnen und nicht nur in Skandinavien.
- Fairer Wettbewerb: Wirksamer Schutz gegen Billigimporte aus Drittstaaten, die mit Kohlestahl und staatlichem Dumping unsere Qualitätsproduktion verdrängen.
Staatliche Unterstützung kann es nur für ein belastbares Zukunftskonzept des Eigentümers geben: mit Eigenkapital, einem klaren Bekenntnis zum Standort und messbaren Beschäftigungszielen. Kein Steuergeld für die Verlagerung von Produktion, sagt Dr. Magdalena Grzonka, Landtagskandidatin der FDP Siegen.
Unser Anspruch ist liberal: Wir sichern Arbeitsplätze durch Wettbewerbsfähigkeit, nicht durch Erhaltungssubventionen. Wir fordern unternehmerische Verantwortung ein, statt sie durch den Staat zu ersetzen.
